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IRMA MARKULIN – MACHTBLENDE | 17.01- 28.02.2014

 Irma Markulin studied in the classes of Anselm Reyle, Katharina Sieverding and Antje Majewski in Berlin. Currently Irma Markulin is a fellow at 'a room that ...”, "Spinnerei", Leipzig, Germany. "Machtblende" has long been our first exhibition with the medium of painting - we very much look forward regarding the intensity and quality of the works. 

In her work Irma Markulin is engaged with the image in the political context. For this purpose, she relies on existing photographic and documentary archives to recall collective memory. Results of her research are large- format paintings and installations that deal with its mobility and visual duality. They reveal the importance of public and private spheres. In her gallery exhibition Markulin will show installations and painting along monument cultures and absurd governmental power representation. Already on Jan 10 she has opened: "Lost and stay" at “a room that ...", 'Spinnerei', Leipzig.

Machtblende, ehibition view, krupic kersting, 2015

Absturz, oil on aluminum, 150 x 200 cm, 2014 

Kopfstand, oil on canvas (left) 200 x 170 cm & oil on aluminum (right), 200 x 150 cm, 2014 

Machtblende, ehibition view, krupic kersting, 2015 

Godesses, ehibition view, solo exhibition, krupic kersting, 2015 

Nike (Samothrake), oil on canvas, 100 x 80, 2014 

Democracy (Bejing), oil on canvas, 100 x 80 cm, 2014 

Siegessäule (Berlin), oil on canvas, 100 x 80 cm, 2007/8 

Machtblende, ehibition view, krupic kersting, 2015 

Hypnose Stunde, oil on aluminum, 100 x 150 cm, 2013/14 

Machtblende, ehibition view, krupic kersting, 2015 

Petrova Gora, digital photo print on cardboard, silhouette cuts, 170 x 270 cm, 2012 


Ausstellungstext 

In Ihren Arbeiten beschäftigt sich Irma Markulin mit der Funktionsweise des inszenierten Bildes im politischen Kontext. Hierfür greift sie auf vorhandene fotografische und dokumentarische Archive zurück, um im kollektiven Gedächtnis verankerte Bilder nutzbar zu machen. Ergebnis Ihrer Recherchen sind großformatige Malereien und Installationen, die durch ihre Mobilität und bildliche Doppelseitigkeit die Bedeutung von öffentlicher und privater Sphäre thematisieren und gleichzeitig als Schauplätze kollektiver Erinnerung fungieren.

Für ihre erste Ausstellung in der Galerie sind ästhetisch wie inhaltlich stark ineinander greifende Arbeiten in den Fokus gerückt, um einen generellen Überblick zu ihren unterschiedlichen Arbeitsweisen zu ermöglichen.

Ihre Scherenschnitt-Installationen entlang des Themas Denkmalkultur - siehe „Petrova Gora“ oder „Grüße aus Banja Luka“ - dokumentieren eindringlich den Umgang einer jungen osteuropäischen KünstlerIinnen-Generation mit den Relikten der eigenen, noch als Kind erlebten sozialistischen aber auch multiethnischen Vergangenheit. Die großformatigen Werke funktionieren, frei im Raum hängend und begehbar von beiden Seiten, wie ein positiver Fotoabzug und dessen Negativ – gleichsam zwei Seiten derselben Geschichte.

Mit Ihren ganz in weiß gehaltenen „Siegerinnen“, u.a. der Siegesgöttin Victoria (Siegessäule Berlin), der Nike von Samothrake und Delacroixs Marianne „Die Freiheit führt das Volk“ (Öl auf Leinwand), greift sie noch darüber hinaus. Ihre geschichtsträchtigen Protagonistinnen entschwinden visuell fast vollständig im Bild und bleiben dennoch präsent – ganz wie in der Realität, die von immer neuen Idealen inspiriert ist und doch die Sehnsucht nach dem Sieg von Freiheit und Gleichheit im kollektiven Unterbewusstsein mit sich trägt.

Eine zeitgleiche Ausstellung in der Leipziger Spinnerei, „Lost and Stay“, fördert mit der Serie „Heldinnenkult“ - malerisch wie skulptural - sozialistische Ikonen ihrer Vergangenheit zu Tage; Markulin „befreit“ diese Vorzeigefrauen des ehemaligen Jugoslawiens aus den vergessenen Archiven der Geschichte – zerknüllte Fotografien - wieder entfaltet. Die Reihe zeigt starke Frauen mit Würde aber lässt mit den nur grob ausgefalteten Bildnissen reichlich Fragezeichen zu deren zeitaktueller Leseweise.

Titelgebend für „Machtblende“ ist, neben den weißen Leinwandarbeiten, Markulins großformatige Ölmalerei auf Aluminium. Effektvoll arrangiert sie paradoxe akrobatische Situationen: Polizisten, getürmt zu Pyramiden auf einem Motorrad – ein absurdes Spektakel und eine ironische, beinahe sarkastische Spiegelung von staatlicher Machtinszenierung.

Antje Majewski beschreibt die Hintergründe der gewählten Themen und deren Umsetzung wie folgt „(...) bei den Paraden greift sie (Markulin) auf ihre private Geschichte zurück, die mit der aufgezwungenen Einordnung in die entindividualisierte Menge im Sozialismus zu tun haben. Das wird in ihrer Malerei auch insofern gespiegelt, als sie ihre Farbpalette fast ausschließlich auf weiß, schwarz und graubeschränkt und sich zunehmend einem System des Pinselauftrags unterworfen hat, das es erlaubt, die Farbe dreidimensional zu lesen, da die Strukturen im Licht verschiedene Schatten werfen.“

Text: kuk 2015 


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